Es war alles angerichtet, an diesem schwülwarmen Samstagnachmittag auf dem Gerbihof in Ibach. Herrliches Fussballwetter, eine tolle Kulisse und zwei Teams, die eine spannende und teils nervenaufreibende Cup-Kampagne durchliefen. Nur eines fehlte am Finaltag: die Spannung. Der Spannungsbogen des von rund 1'400 Zuschauer verfolgten Endspiels flachte bereits nach wenigen Sekunden ab, als der FC Schattdorf nach einem Eckball durch Joachim Gisler in Führung ging. Anschliessend dominierten die Gäste das Geschehen nach Belieben. Der Klassenunterschied war deutlich zu sehen und Schwyz, das infolge Umbaus auf dem heimischen Tschaibrunnen auf dem Gerbihof in Ibach Asyl gewährt erhielt, kam während der ganzen Spieldauer bloss einmal zu einer richtigen Torchance: als Demian Siegwart in der 32. Minute die Hereingabe des für einmal der Urner Abwehr entwischten Joshua Bossart nicht verwerten konnte.
In der Folge war und blieb Rot-Schwarz in allen Belangen bestimmend, sowohl spielerisch als auch in den Zweikämpfen. Mal für kam die Elf von Thomas Zberg, Jonas Enz und Reto Infanger gefährlich vor den gegnerischen Kasten. Und auch wenn es nach dem frühen Führungstreffer noch etwas Geduld brauchte, bis der Zweitorevorsprung hergestellt werde konnte, so war es das Warten wert: Patrik Stampfli setzte das Runde in der 37. Minute aus rund 18 Meter Entfernung per Freistoss milimetergenau ins Eckige. Stampfli hätte sein Visier dafür nicht besser justieren können und es schien, als ob sich sein Sturmpartner davon richtiggehend motivieren liess, war dieser für die in der zweiten Hälfte folgenden Treffer doch allesamt selbst verantwortlich. Und als ob ein lupenreiner Hattrick (49., 68. und 76. Minute) nicht bereits Sensation genug wäre, übertraf Ramon Scheiber seinen Sturmpartner mit seinem Tor zum 3:0 Zwischenstand in Sachen Einzigartigkeit gar noch. Scheiber verwertete eine Hereingabe von Noel Gisler mit einer Bicicletta zur eigentlichen Vorentscheidung. Was dann folgte, war nur noch Kür und der verdiente Lohn für ein Team, das sich dieses Final hart erarbeitet hatte. Gegen Willisau gewann Schattdorf mit 2:1 in der Verlängerung, gegen Küssnacht a/R, Südstern und Ibach jeweils im Elfmeterschiessen. Das Weiterkommen stand in allen diesen Spielen und gerade im Halbfinal gegen Ligakrösus Ibach immer wieder auf der Kippe, die Mannschaft zeigte jedoch abermals Charakter und glaubte stets bis zum Schluss an ihre Fähigkeiten. Dass dieses Team nun bereits seit mehreren Saisons in kaum veränderter Zusammensetzung auftritt, dürfte wohl definitiv das Seine hierzu beigetragen haben.
Mit dem Cupfinalsieg qualifizierte sich die 1. Mannschaft nun für die 1. Runde des Schweizer Cups. Wer nun folgt, ist noch ungewiss und wird erst am 1. Juli 2024 bekannt sein. Zumindest Captain Patrick Stampfli hat seine Favoriten aber bereits auserkoren: "Basel oder Luzern". Nun dann: sein Wort in Gottes Ohr.










