Der FC Schattdorf lieferte am vergangenen Samstag einen dieser Nachmittage, an denen Leidenschaft, Wille und Einsatzbereitschaft eigentlich für mehr hätten reichen müssen – und dennoch blieb das Team am Ende mit leeren Händen zurück. Die Partie gegen den FC Hünenberg begann vielversprechend, entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch und endete schliesslich in einer bitteren Enttäuschung, die den Urnern im Kampf um die Aufstiegsspiele weh tut.
Schon in der ersten Minute setzte Mike Gamma ein frühes Ausrufezeichen: Sein Freistoss wurde von der Mauer gefährlich abgefälscht und strich nur knapp über das Tor. Schattdorf war präsent, mutig und suchte den Weg nach vorne. Hünenberg meldete sich zwar mit einem ersten Abschluss in der fünften Minute, doch die besseren Momente gehörten zunächst den Gastgebern. Wieder war es Gamma, der nach zehn Minuten zu einer guten Möglichkeit kam, aber erneut geblockt wurde. Auf der anderen Seite hielt Boeri sein Team mit einer starken Parade in der 20. Minute im Spiel.
Trotz des engagierten Auftretens geriet Schattdorf in der 37. Minute in Rückstand: Ein sauber vorgetragener Angriff der Gäste über die linke Seite endete mit einem unhaltbaren Schuss ins Lattenkreuz – ein Treffer, der die Partie kurzzeitig kippte. Doch Schattdorf zeigte Charakter. Kurz vor der Pause, in der 44. Minute, segelte ein Eckball in den Strafraum, wo Michael Gehrig hochstieg und den Ball wuchtig zum verdienten 1:1 einköpfte.
Nach dem Seitenwechsel knüpfte Schattdorf nahtlos an die gute Phase vor der Pause an. In der 52. Minute führte ein weiterer Eckball zur Führung: Der Hünenberger Torhüter klärte ungenügend, Matteo Barbaro reagierte gedankenschnell und köpfte zum 2:1 ein. Doch die Freude währte nicht lange. Nur sechs Minuten später glich Hünenberg nach einem Eckball aus – der Torschütze völlig unbedrängt. Und beinahe hätte Schattdorf sofort zurückgeschlagen: Eine Flanke von Simon Zurfluh wurde länger und länger, der Goalie lenkte sie gerade noch an die Latte.
Die Partie blieb intensiv und offen. In der 74. Minute verpasste Sandro Imbach eine präzise Flanke von Gamma per Kopf nur knapp. Doch dann folgte die Phase, die das Spiel endgültig entschied. Nach einem Ballverlust in der 77. Minute konterte Hünenberg gefährlich, verfehlte aber noch. Drei Minuten später jedoch der Knackpunkt: Ein Foul im Strafraum führte zu einem Penalty für die Gäste und einer Gelb-Roten Karte für Schattdorf. Hünenberg verwandelte sicher zum 2:3. Als Schattdorf in der 83. Minute alles nach vorne warf, führte ein weiterer Ballverlust zum nächsten Konter – und zum 2:4, dem endgültigen Genickbruch.
Diese Niederlage schmerzt, denn Schattdorf vergibt damit wertvolle Punkte im Rennen um die Aufstiegsspiele. Theoretisch ist noch alles möglich, doch nun braucht es nicht nur eigene Siege, sondern auch einen Ausrutscher des zweitplatzierten FC Brunnen. Die Hoffnung lebt, aber der Druck steigt.
Die nächste Gelegenheit, ein Zeichen zu setzen, bietet sich bereits am Sonntag, 17.05.2026 um 16:00 Uhr, wenn Schattdorf auswärts auf den souveränen Leader FC Weggis trifft – ein Gegner, der seine Qualifikation für die Aufstiegsspiele praktisch schon in der Tasche hat. Eine schwierige Aufgabe, aber auch eine Chance, Charakter zu zeigen und den Glauben an die eigenen Möglichkeiten zurückzuholen. (rs)










